Ab Herbst 2026 werden dort 17 Jugendliche mit komplexen Hilfebedarfen ein neues, geschütztes Zuhause auf Zeit finden. Mit dem Ausbau reagiert das Land Berlin auf den wachsenden Bedarf an spezifischen Jugendhilfeplätzen.
An der Feier nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Berliner Senats- und der Spandauer Bezirksverwaltung teil. Staatssekretär Falko Liecke, Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, würdigte diese Entwicklung: „Mit dem Umbau auf dem Campus Kladow entsteht ein neues geschütztes Zuhause auf Zeit für Jugendlichen mit psychischen Beeinträchtigungen. Mit dem Berliner Platzausbauprogramm schaffen wir genau die Plätze, die wir in Berlin so dringend benötigen, damit junge Menschen gut, sicher und mit Blick auf ihre individuellen Bedarfe aufwachsen können. Der heutige Baufortschritt zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Verwaltung, Träger und Fachpraxis gemeinsam handeln: Wir schaffen Raum für Rückzug und Sicherheit, ebenso für Teilhabe, Bildung und Gemeinschaft.“
Kerstin Stappenbeck, Referatsleiterin bei der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, wies in ihrem Grußwort darauf hin, dass diese Grundsanierung zurzeit das größte geförderte Bauvorhaben im Rahmen des Jugendhilfe-Ausbauprogramms sei und ging dabei auf die multiplen Krisen der letzten Jahre ein, die auch zu einer Zunahme von Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen geführt haben, die nach einem psychiatrischen Aufenthalt einen Ort für den Aufbau einer stabilen Lebensperspektive benötigen.
Tanja Franzke, Bezirksstadträtin für Jugend und Gesundheit, verwies auf die große lokale Bedeutung des Projekts: „Das Rotkreuz-Institut ist mit seinem breiten und differenzierten Angebot ein wichtiger Partner für das Spandauer Jugendamt.“
Andreas Kather, Geschäftsführer des Rotkreuz-Instituts betonte die Einbettung des neuen Jugend-hilfehauses in die Campus-Struktur mit ihren Freizeit-, Bildungs- und Ausbildungsangeboten.
Das neu konzipierte Gebäude erhält eine moderne Raumaufteilung, eine veränderte Dachform sowie markante Balustraden. Photovoltaik-Anlage und Wärmepumpe sorgen für einen energie-effizienten Betrieb. Das Projektvolumen beträgt 3,2 Millionen Euro. Das Land Berlin unterstützt die Maßnahme über das Jugendhilfe-Ausbauprogramm mit rund 760.000 Euro. Zusätzlich fördern BAFA und KfW die energetische Sanierung mit 270.000 Euro.
Mit dem neuen stationären Angebot wird die Jugendhilfeabteilung Munita ihr Angebot erweitern. Dazu gehören ein Gruppenwohnbereich für intensivpädagogisch betreute Jugendliche und für jungen Menschen, die nach einem Psychiatrieaufenthalt eine neue Lebensperspektive erhalten,
zuzüglich fünf Verselbständigungswohnungen (betreutes Einzelwohnen) sowie Angebote der Jugendberufshilfe mit insgesamt zukünftig dann mehr als 60 Plätzen.
